Interview mit Edith Konrad

Sehr geehrte Frau Konrad,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, für unsere Leser und Leserinnen ein paar Fragen zu beantworten
Wann entdeckten Sie, dass Sie das Talent zur Malerei haben?
Ich war schon immer ein kreativer Mensch und hatte Freude am Schönen und Speziellen.
Hatten Sie schon immer einen ähnlichen Stil in Ihrer Malerei oder hat sich Ihr Stil über die Jahre entwickelt und verändert?
Ein Physionom sagte mir, dass ich etwas mit Kunst machen sollte. Meine Gedanken fingen an zu kreisen und schon bald besuchte ich einen Aquarellkurs und fand das fließen der Farben wunderbar. Das war mit 36 Jahren.
Aber schon bald änderte ich meinen Stil und ich fing an mit Acryl zu malen, zu kleben, zu experimentieren. Immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Ich besuchte viele Meisterkurs im Inn und Ausland um das Handwerk zu verstehen.
Was mich immer reizte als Thema waren Menschen, oder der Schatten der Menschen. Haben Sie schon mal ihren Schatten beim spazieren bewundert? Witzige Figuren, schlanke Figuren, frei erfundene Figuren.
Schemenhaft angedeutete Gesichter in vielerlei Variationen symbolisieren die Vielfalt des Lebens, aber auch Witz kommt nicht zu kurz.
Wann wussten Sie, dass Sie von Ihrer Malerei leben konnten?
Das weiß ich bis heute nicht.
Welcher Maler oder welche Malerin hat Sie am meisten beeinflusst?
Skulpturen von Giacometti habe ich immer bewundert, seine Ausdruckskraft und Phantasie
Was in den Gemälden hat sie beeinflusst
Das schräge witzige, kuriose, einmalige. Das Freie ,dass es keine Grenzen gibt. Bilder malen und verkaufen gibt ein wunderbares Gefühl anderer Menschen Räume zu beleben zu verändern , Menschen zu beglücken, zu berühren. Ich bin dankbar, dass ich diese Begabung haben darf.
Wie würden Sie Ihre Gemälde einer anderen Person beschreiben?
Meine Bilder zeigen meistens Gestalten ohne erkennbare Gesichter. So kann der Betrachter seine Fantasie walten lassen und sich selbst oder seine Familie darin finden. Die Bilder sind mehrschichtig mit den unterschiedlichsten Materialien, ich verwende: Acryl, Pigment, Bitumen ,Sand Erde ,Wachs und alles was sich sonst so anbietet. Schön ist es auch zu ritzen und kritzeln und schreiben und austoben. Mit meinen Bildern sind sie nie alleine. Sie können mit meinen Bildern sprechen und bekommen immer eine zufriedene Rückmeldung.
Ihre Farbwahl und die Harmonie der Figuren habe mich am meisten beeindruckt und machten mich neugierig, mehr über Ihre Gemälde zu erfahren? Wie kam es zu diesen Figuren als Motiv für Ihre Gemälde?
Ich habe seit meiner Ausbildung immer mit Menschen zu tun gehabt, da wo Menschen sind gibt es Ideen, da geschieht etwas. Ich habe immer Figuren hergestellt oder viele Kurse gegeben, für Puppen, Clowns, Marionetten, Krippenfiguren, Teddybären. Man kann den Figuren Leben einhauchen, sich oder andere damit beglücken.
Wie ist das Leben als Künstlerin heute im Vergleich zu früheren Jahren?
Hat die Corona Krise und der Lockdown die Situation der Künstler verändert und wenn ja, in welcher Weise?
Zum Glück war ich nie auf mein Einkommen der Kunst angewiesen so dass ich auch heute mit einem Teil des Erlöses mein privates Hilfswerk in Sri Lanka unterstützen kann, es sind 4 Familien und 12 Kinder.
Ich bin froh, glücklich und dankbar, wenn es Menschen gibt, die mir dabei helfen.
Welches ist Ihr Lieblingsgemälde?
Traumwelt ist mein Lieblingsbild, da kann man träumen und phantasieren.!
Vielen herzlichen Dank für das kleine Interview!
La Vie