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Shakespeare Theater

„How oft when men are at the oint of death

Have they been merry, which their keepers call

A lightning before death! O, how may I

Call this ia lightning? O my love, my wife!

Death, that hath sucked the honey of thy breath,

Hath had no power yet upon thy beauty.

Thou art not conquered. Beauty's ensign yet

Is crimson in thy lips and in thy cheeks,

And death's pale flag is not advancèd there.

Tybalt, liest thou there in thy bloody sheet?

O, what more favour can I do to thee

Than with that hand that cut thy thy youth in twain

To sunder his that was thine enemy?

Forgive me, cousin. Ah, dear Juliet,

Why art thou yet so fair? Shall I believe

That unsubstantial Death is amorous,

And that the lean abhorrèd monster keeps

Thee here in dark to be his paramour?

For fear of that I still will stay with thee,

And never from this palace of dim night

Depart again. Here, here will I remain,

With worms that are thy chambermaids. O, here

Will I set up my everlasting rest,

And shake the yoke of inauspicious stars

From this world-wearied flesh. Eyes, look your last.

Arms, take your last embrace! - And lips, O you,

The doors of breath, seal with a righteous kiss

A dateless bargain to engrossing Death!

Come, bitter conduct – come, unsavoury guide! -

Thou desperate pilot – now at once run on

The dashing rocks thy seasick weary bark!

Here's to my love! (Drinks the poison) O true apothecary!

Thy drugs are quick. Thus with a kiss I die.“

Romeo and Juliet

Die Shakespeare Company Bremen

Renate Heitmann von der Bremer Shakespeare Company war so freundlich, uns einige Fragen zur Shakespeare Company und zu Shakespeare zu beantworten.

Was hat Sie damals bewogen, hier in Bremen die Shakespeare Company zu gründen?

Bremen war die Stadt, die einige Gründungsmitglieder während eines Engagements am Theater am Goetheplatz in den 70iger Jahren während der Intendanz des legendären Kurt Hübner kennengelernt   hatten. Sie hatten das Bremer Publikum als sehr offen und neugierig in Erinnerung und so fiel bei der Wahl für den Standtort zur Theatergründung die Wahl auf Bremen. Frei nach dem Motto der Bremer Stadtmusikanten:  „Was besseres als den Tod findest Du überall, lass uns nach Bremen gehen…"

 

Weshalb gerade Shakespeare? 

 

Besagte Schauspielerinnen und Schauspieler, Hille Darjes, Chris Alexander, Rainer Iwersen, Renato Grünig, Norbert Kentrup u.a. haben Anfang der 80iger Jahre gemeinsam am Landestheater Castrop Rauxel Othello von William Shakespeare erarbeitet. Für diese Arbeit   haben sich sich intensiv mit Shakespeares Zeit, der Renaissance und dem Globe in London auseinandergesetzt. Das war für sie wie eine Erleuchtung: Shakespeares Theater war zu seiner Zeit ein Theater für alle - ein absolut demokratisches Modell. Man ging ins Theater um sich unterhalten zu lassen und man erfuhr in den improvisierten Szenen der Schauspieler, wie   Drama und aktuelles Geschehen zusammenhing! Zudem war das GlobeTheater zu Shakespeares Zeit ein Theater, in das jeder ging, der Bäcker ebenso wie die Königin.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingsstück von Willliam Shakespeare? 

 

Hamlet  —  ein echter Krimi und so brilliante und tiefsinnige Monologe!

 

Shakespeares Sprache, was ist das Faszinierende daran? 

 

Wenn man Dichtung wörtlich nimmt, als verdichtete Erfahrung und Bedeutung in der Sprache, ist man schon nah dran. Hinzu kommt der Klang und der Rhythmus. Shakespeare war ein brillanter Kenner der Menschen und ihrer Gefühle, deshalb spricht uns seine Sprache heute noch so an. Er hat das Wesentliche im Vers zeitlos  „verdichtet“. Zahlreiche Aphorismen, die wir heute ganz selbstverständlich in unserer Alltagssprache gebrauchen, sind von Shakespeare:  „Da war der Wunsch Vater des Gedankens“,  „das war die Nachtigall und nicht die Lerche“,  „sein oder nicht sein…“ usw.

Gibt es ein junges Publikum für das Theater Shakespeares? 

 

Bis heute macht man auch in Deutschland sehr selten ohne Shakespeare Abitur—deshalb haben wir sehr viele Schüler und Schülerinnen, die zu uns kommen und für die wir auch ein spezifisches Workshop Programm anbieten. Darüber hinaus gibt es ein theateraffines junges Publikum in der Stadt, die unsere Aufführungen besuchen - das entspricht etwa 20% unseres Publikums.

Gab es Versuche, die Werke Shakespeares in eine moderne Sprache zu übersetzen, oder würde man dann seinen Werken den Charakter, das Besondere, das diese Werke ausmacht, nehmen? 

 

Wenn wir heute Shakespeare Übersetzungen aus   den verschiedenen Jahrhunderten lesen, merken wir schnell, dass jede Übersetzung mit der Sprache und den Zeitgeistern der eigenen Zeit verbunden ist. Die Übersetzungen aus der Romantik des frühen 19. Jahrhunderts waren eigentlich zensierte Fassungen. Die Übersetzer Schlegel/Tieck haben sehr viele derbe und sexuelle Anspielungen aus Shakespeares Werk schlicht gestrichen. Ich könnte mit einem Hamlet Zitat antworten:  „An sich ist nichts gut oder böse, das Denken macht es erst dazu.“  Es kommt auf die Erwartung an und die ist subjektiv.

Können Sie etwas zum internationalen Shakespeare Festival sagen? 

 

Für mich persönlich sind Shakespeares Dramen und seine Sprache Welttheater— die meisten Plots seiner Dramen sind Mythen, die es in ganz vielen Kulturen gibt. Alle seine Dramen sind von Figuren geprägt, die mit ihren Gefühlen kämpfen: Liebe, Sehnsucht, Neid, Rache, Wut, Eifersucht, Freude, Vergebung—eine Geschichte wie bei Romeo und Julia, in der die Liebe ein Tabu sein soll, weil die unterschiedlichen Herkünfte gesellschaftlich nicht geduldet werden, gibt es auf jedem Kontinent. Hamlets Konflikt mit seinem Onkel, der seinen Vater umgebracht hat, um die Mutter zu ehelichen ist ebenso kulturübergreifend  … 

 

Sie spielen auch andere Theaterstücke, modernere. Wie stehen diese im Zusammenhang zu den Stücken Shakespeares? 

 

Shakespeare ist die Sonne in unserem Universum - wenn wir Marlowe, Schiller oder zeitgenössische Autoren auf die Bühne bringen, erforschen wir -und machen Erfahrungen mit den unendlichen Möglichkeiten, wie man Geschichten erzählen und inszenieren kann.

 

Können Sie etwas zu den Stücken sagen, die Jetzt im Winter, da die Theater wieder geöffnet haben, gespielt werden? 

 

Die aktuelle Spielzeit haben wir mit  „Der Nibelungen Wut“  eröffnet, eine Uraufführung  der Regisseurin Johanna Schall und der Dramaturgin Grit van Dyk. Dieses Stück  widmet sich dem deutschen Mythos der Nibelungen und den Abgründen des Furor Teutonicus, und damit auch ein Stück weit der politisch rechten Überlegenheitssehnsucht, die sich häufig auf diesen Mythos beruft. 

Aufgrund der Pandemie haben wir den Spielplan zunächst nur bis zum Ende des Jahres festgelegt und auch in der Produktion den Bedingungen gemäß auf Formate gesetzt, die sich der Situation anpassen. Wir haben z.B. den britischen  Autor Tim Crouch  entdeckt, der sogenannte Nebenfiguren aus den unterschiedlichen Shakespeare Dramen ins Zentrum einer Handlung setzt- von ihm werden drei Monologe im Herbst zur Premiere kommen und unseren Shakespeare Kosmos aus ihrer Perspektive beleuchten

Gibt es noch irgendetwas, was Sie unseren Lesern über die Bremer Shakespeare Company sagen möchten? 

 

Wir alle sind in der Pandemie sehr herausgefordert! Seien Sie versichert, dass wir alles unternommen haben, damit sie mit Abstand den besten Theaterabend bei uns erleben werden!

 

Renate Heitmann, wir danken Ihnen recht herzlich für dieses Interview.

Wie geht es jetzt mit den Lockerungen des Corona Lockdowns weiter?

Uns rauchen die Köpfe und wir sind frohen Mutes, dass wir ab Juli sowohl mit Shakespeare im Park als auch mit dem Sommersummarum wieder stadtweit unterwegs sind. Die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen bleiben Bestandteil des Veranstaltungsmanagements, wahrscheinlich kommt noch das Thema „Testen“ hinzu. Wir  planen etwa 10 Veranstaltungstage mit Shakespeare im Park und für den Sommersummarum haben wir derzeit um die 200 VA in der Planung and ca 30 Orten — es geht los!

Das aktuelle Programm ist jetzt freigeschalten und nachzusehen unter

 www.shakespeare-company.com und sommer-summarum.de 

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