Tamara Comolli

Rechtzeitig zum Sommer sind sie da. Die neuen Schmuckstücke der Tamara Comolli Kollektion. Das macht neugierig, auf die Schmuckstücke und auf die Designerin, aus deren wunderschönen Kreativität diese entstanden sind. Frau Comolli war so freundlich, für unsere Leser und Leserinnen ein paar Fragen zu beantworten.
Jede Frau kennt es, dass man als Mädchen sich den eigenen Schmuck, Ketten und Armbänder aus bunten Perlen, Muscheln oder Loop Ringen bastelt? Haben Sie schon als kleines Mädchen Ihren eigenen Schmuck designt und gebastelt?
Selbstverständlich habe ich das getan! Ich habe diese Passion seitdem immer weiter geliebt und mache es heute noch. Früher hatte Schmuck – vor allem Fine Jewelry –eine sehr kostbare Bedeutung und meine Mutter zelebrierte es, vor meiner Schwester und mir ihre Schmuckschatulle zu öffnen und uns reinschauen zu lassen. Mittlerweile ist Schmuck nicht mehr zum Wegschließen gedacht. Schmuck begleitet jede Frau in der heutigen Zeit zu jedem Anlass und in jeglicher Form.
Wann entwarfen Sie Ihre erste eigene Schmuckkollektion?
Meine erste Schmuckkollektion habe ich mit 17 Jahren lanciert. Alles begann mit meiner Leidenschaft für Edelsteine und Armbänder. Ich finde Armbänder bei Frauen immer das sinnlichste Schmuckstück, denn man drückt sich viel mit den Händen aus und die Bewegung der Armbänder sprechen Bände. Meine erste Kollektion hatte damals bereits eine sehr lässige Komponente, denn Edelsteine waren auf Lederbändern angebracht. Sie waren in Silber gefasst und der Verschluss war ein Druckknopf.
Ab welchem Zeitpunkt wussten Sie, dass Sie davon leben können?
Mein Vater war der Meinung, dass mich dieses Metier nicht ernähren könne und bearbeitete mich so lange, bis ich dann nach dem Abitur Betriebswirtschaft studierte. Ich begann nach dem Studium in einer Unternehmensberatung zu arbeiten und wagte mit 29 den Sprung in die Selbstständigkeit. Ich konnte nicht abschätzen, wann mich dies ernähren würde, jedoch führte eines zum anderen und nach fünf Jahren war dann der Knoten geplatzt und meine kleine Marke in der Welt des Schmucks etabliert.
Ihre Kollektionen sind sehr farbenfroh, farbenprächtig, die ideale Sommer- und Strandmode. Wie kamen Sie zu dieser Stilrichtung? Hat er sich im Laufe der Kollektionen entwickelt, oder sind Sie Ihrem Stil treu geblieben?
Die Farbvielfalt und Seltenheit von Edelsteinen haben mich beeindruckt. Mit der unglaublichen Farbpracht assoziiert man sofort Sommer und Fröhlichkeit, jedoch war dies nicht die Intention. Mehr noch war es die Interpretation des tragbaren Designs und der Mut, Edelsteine und Diamanten an Leder zu hängen. Diese Art, kostbaren Schmuck zu tragen strahlt Lässigkeit und Entspanntheit aus und macht meinen Stil aus.
Wer hat Sie inspiriert?
Sehr stark meine Mutter. Sie war eine wunderschöne Frau, die es mit vier Kindern immer verstand, ganz entspannt unterwegs zu sein. Unsere Mutter, die schon mal mit Lockenwicklern in den Supermarkt ging, trug dabei Schmuck. Die Unkonventionalität meiner Kollektion und die Idee, wertvollem Schmuck eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen, die ich selbst so liebe, hat meine Mutter sehr geprägt.
Sie verwenden für manche Schmuckstücke bunte Edelsteine. Können Sie uns etwas über die Herkunft und die Beschaffenheit dieser Edelsteine berichten? Was ist das besondere an diesen Steinen?
Bunte Edelsteine sind im weitesten Sinne stets Unikate. Feine Farbnuancen machen den Unterschied. So sind Turmaline für mich einzigartig ...Wie vom Regenbogen geküsst …
Welches ist Ihr Lieblingsschmuckstück?
Ich liebe meinen soliden, schweren tropfenförmigen Ring aus der SIGNATURE Kollektion. Er spiegelt die Inspiration wider, mein Lieblingselement, das Wasser.
Sie stammen aus Deutschland und sind zum Teil auch im Ausland aufgewachsen. Was würden Sie sagen, haben Ihre Kollektionen mehr den Stil dieser Länder oder sind sie mehr deutschen Ursprungs?
Ich bin in Deutschland geboren, in München, Spanien, Gibraltar und Frankreich aufgewachsen und lebe jetzt am Tegernsee. Man hat immer kleine Vorurteile, wenn man von seinem Ursprung spricht. In mir steckt deutsche Disziplin gepaart mit südländischem Laissez-Faire.
Ihre Schmuckstücke spiegeln ein bisschen den Hippie Lifestyle wieder. Entspricht das auch Ihrem persönlichen Lifestyle?
Sieht man genauer hin, so ist es ja nur die Interpretation des Tragens, welche die Hippie-Note mit TAMARA COMOLLI in Verbindung bringt, nicht jedoch das Design. Mein persönlicher Lebensstil ist eher entspannt und nicht an Konventionen gebunden. Ich glaube, Mode wird oft zu bestimmend dargestellt, ist jedoch vielmehr ein Ausdruck der Persönlichkeit. Für mich ist ein tolles Schmuckstück viel besonderer als mein tägliches Outfit. Jeans und ein weißes Hemd – möglichst ungebügelt – sind mein ständiger Begleiter.
Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, dass Sie aus Ihrer Zeit als Unternehmerin in der Schmuckbranche mitnehmen können?
Für mich war immer das wichtigste, dass ich die Trends setze und ihnen nicht folge.
Was raten Sie jungen Schmuckdesignern, die Ihren Weg gehen wollen?
Es ist wichtig, eine eigene Handschrift zu haben und diese beizubehalten.
Sie scheiden dieses Jahr aus der operativen Rolle im Unternehmen aus. Was erwartet uns danach? Wer übernimmt den kreativen Teil des Unternehmens?
Als Gründerin des Unternehmens bin ich glücklich, dass wir mit Sophia Friedl und Tobias Marquardt ein sympathisches neues CEO-Duo gefunden haben, das ausgeprägte Erfahrung mit Luxusmarken hat und den einzigartigen Spirit von TAMARA COMOLLI weiterführt. Für das Jahr 2022, in dem die Marke ihr 30-jähriges Bestehen feiert, habe ich bereits die neue Kollektion entworfen.
Wir danken Frau Comolli für dieses kleine Interview.












